Ein Sommer voller Technik: Das waren die MINT-Camps

Technik ausprobieren, eigene Ideen umsetzen und dabei neue berufliche Perspektiven entdecken: In den Sommerferien wurde es bei Technik – Zukunft in Bayern wieder richtig praktisch. Jugendliche tauchten eine Woche lang in die Welt von Technik, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien ein und konnten Unternehmen und Hochschulen aus nächster Nähe kennenlernen.

Ein Mädchen mit Schutzbrille konzentriert sich beim Bedienen einer Ständerbohrmaschine in einer Werkstatt.

Mädchenförderung trifft Technikbegeisterung

In mehreren Camps standen in diesem Sommer Mädchen und ihre Perspektiven in technischen Berufen im Mittelpunkt. Beim Mädchen für Technik-Camp konnten Teilnehmerinnen bei Brose Fahrzeugteile SE & Co KG in Coburg, Bosch Rexroth AG in Lohr am Main, ZF Friedrichshafen AG in Schweinfurt und F.EE Industrieautomation GmbH u. Co KG in Neunburg vorm Wald selbst anpacken und technische Berufe hautnah kennenlernen.

Dabei entstanden ganz unterschiedliche Werkstücke: von Brettspielen und LED-Blumen über Uhren und Holzschiffe bis hin zu Tisch-Ventilatoren und einer selbst gebauten Ampelschaltung. Unterstützt wurden die Mädchen dabei von Auszubildenden und Ausbilderinnen und Ausbildern, die persönliche Einblicke in ihren Berufsalltag gaben.

Ein besonderes Highlight war das 25. Mädchen für Technik-Camp bei Bosch Rexroth in Lohr am Main. Hier zeigte sich einmal mehr, wie viel entstehen kann, wenn Mädchen die Möglichkeit bekommen, Technik selbst auszuprobieren und eigene Stärken zu entdecken.

Ein Mädchen mit Schutzbrille konzentriert sich beim Bedienen einer Ständerbohrmaschine in einer Werkstatt.
Drei Jugendliche in hellblauen Reinraum-Schutanzügen mit Hauben und Handschuhen arbeiten mit einer Dose im Labor.

Digitalisierung und die Welt der Halbleiter

Von der eigenen Platine bis zum fahrenden Roboter: Beim DigiCamp bei Micro-Epsilon Messtechnik GmbH in Ortenburg tauchten die Jugendlichen in die Welt der Digitalisierung und Sensorik ein. Sie programmierten Arduino-Mikrocontroller, löteten Platinen und lernten, digitale Messdaten auszulesen. Gleichzeitig erhielten sie Einblicke in technische und IT-Berufe und konnten sich mit Auszubildenden und Fachkräften austauschen.

Beim FutureTechMakers-Camp bei Texas Instruments Deutschland GmbH in Freising drehte sich alles um Mikrotechnologie und die Halbleiterindustrie. 15 Schülerinnen programmierten den fahrbaren „TI-Rover“, lösten eigene Projektaufträge und sammelten praktische Erfahrungen beim Löten. Dazu kamen Einblicke in die Arbeitswelt des Unternehmens und den Austausch mit Expertinnen und Experten aus der Halbleiterbranche.

Auch beim Forscherinnen-Camp bei Infineon Technologies AG und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg standen Mikrochips und Zukunftstechnologien im Mittelpunkt. Die 15 Teilnehmerinnen konnten unter anderem einen Reinraum kennenlernen und sich mit Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in Bereichen wie Mikrotechnologie, Informatik, Elektrotechnik und angewandten Naturwissenschaften beschäftigen.

So wurde Digitalisierung greifbar – und aus komplexen Zukunftstechnologien wurden konkrete Erfahrungen.

Drei Jugendliche in hellblauen Reinraum-Schutanzügen mit Hauben und Handschuhen arbeiten mit einer Dose im Labor.
Vier Jugendliche beobachten aufmerksam einen Blasfolienextruder in einer technischen Werkstatt.

Nachhaltigkeit und Bionik: Technik mit Blick auf die Zukunft

Wie können technische Entwicklungen nachhaltiger werden? Und was können wir dafür von der Natur lernen? Beim Technik-trifft-Umwelt-Camp bei Kiefel Technologies und der Technischen Hochschule Rosenheim beschäftigten sich 12 Jugendliche mit nachhaltigen Technologien und polymerbasierten Materialien. Sie sammelten praktische Erfahrungen an verschiedenen Anlagen und lernten unter anderem das Blasfolienextrudieren, Thermoformen und die Herstellung von Flachfolien kennen.

Beim Bionik-Camp bei Airbus Defence and Space GmbH in Taufkirchen wurde dagegen die Natur zum Ideengeber für technische Lösungen. Unter dem Motto „Nachhaltiges Fliegen – Unsere Mission für die Zukunft“ erforschten 16 Jugendliche, wie Phänomene aus der Pflanzen- und Tierwelt die Luft- und Raumfahrt inspirieren können. Dabei erhielten sie Einblicke in Bionik, Biologie, Nachhaltigkeit und entsprechende Studienmöglichkeiten.

Vier Jugendliche beobachten aufmerksam einen Blasfolienextruder in einer technischen Werkstatt.
Ein Junge sitzt lächelnd am Lötarbeitsplatz und formt aus Draht seinen Namen.

Hightech hautnah erleben

Auch beim Hightech live!-Camp bei DEHN SE in Neumarkt hieß es: ausprobieren statt nur zuschauen. Die Jugendlichen fertigten das elektronische Gedächtnisspiel „Synapsen Sprint“ und erprobten dabei verschiedene handwerkliche Fertigkeiten wie Löten, Feilen und Montieren. Gleichzeitig konnten sie sich mit Auszubildenden über deren Berufsalltag und mögliche Karrierewege austauschen.

Ein Junge sitzt lächelnd am Lötarbeitsplatz und formt aus Draht seinen Namen.

Ein Sommer voller Erfahrungen

So unterschiedlich die Themen und Projekte auch waren – eines verband alle Camps: Die Jugendlichen konnten Technik selbst erleben. Sie arbeiteten im Team, lösten Aufgaben, probierten Neues aus und konnten ihre eigenen Stärken entdecken.

Denn Berufsorientierung wird besonders spannend, wenn sie nicht nur aus Informationen besteht, sondern aus echten Erfahrungen. Ein Lötkolben in der Hand, ein selbst programmiertes Fahrzeug, ein eigener Prototyp oder der Blick in einen Reinraum können dabei den entscheidenden Unterschied machen.

Ein großes Dankeschön gilt deshalb allen Unternehmen, Hochschulen, Auszubildenden, Fachkräften und weiteren Partnern, die ihre Türen geöffnet und die Jugendlichen in diesem Sommer begleitet haben. Gemeinsam wurde aus Berufsorientierung ein Sommer voller Technik, Teamgeist und neuer Perspektiven.

Lust auf mehr Technik?

Die nächsten MINT-Erlebnisse stehen schon vor der Tür: Auch in den Herbstferien finden wieder spannende Camps statt. Wer Lust hat, Technik selbst auszuprobieren, neue Berufsfelder kennenzulernen und gemeinsam mit anderen Jugendlichen an eigenen Projekten zu arbeiten, kann sich noch bewerben.

Die Bewerbung für die Herbstferien-Camps ist bis zum 4. Oktober 2026 möglich.

Alle Informationen zu den Camps, Terminen und zur Bewerbung gibt es auf www.tezba.de/campinfos/camptermine/.