Auf geht´s zur MINT-Bildungserlebnisreise
Gestalte den Lernkulturwandel mit!
Lass das unbefangene Interesse an Naturwissenschaften und Technik der Kinder im Alter von 1-10 Jahren zu einem gemeinsamen Bildungserlebnis werden. Die Bildungsinitiative Technik – Zukunft in Bayern, die hinter Es funktioniert?! steckt, unterstützt Dich dabei.
Gib der natürlichen Neugier deiner Kinder für technische, naturwissenschaftliche und digitale Zusammenhänge Raum und Zeit und lasst euch dafür von uns auszeichnen!
Mehr Informationen zum Projekt findest Du auf der Webseite von Es funktioniert?!
Best-Practice-Beispiele
Auf dieser Seite stellen wir Dir Lerngeschichten aus Krippe, Kita, Hort und Grundschule vor, die den Start in die Bildungserlebnisreise schildern.
Steckbriefe zu den ausgezeichneten MINT-Bildungserlebnisreisen findest Du in der Medienecke des KITA HUB unter der Rubrik “Naturwissenschaften”.
Unsere Kompostierungsreise begann mit einem einfachen, aber bedeutenden Moment beim Mittagessen. Marlie hielt ihre Bananenschale hoch und fragte neugierig: „Wo kommt die Schale hin?“ Sofort sprudelten die Ideen. Cecilia überlegte: „Müll?“, während Louis begeistert rief: „Zu den Würmern!“ Die Kinder erzählten, was sie von zu Hause kannten. Henry sagte stolz: „Wir haben einen grünen Eimer.“ Vito ergänzte: „Oma wirft das in den Garten.“ Aus diesen Erzählungen entstand die gemeinsame Frage: Was passiert eigentlich mit Essensresten? Können wir daraus etwas Neues machen? Dies war der Start in eine 5-monatige Bildungsreise rund um Erde, Kompostierung, Lebensmittel und Nachhaltigkeit von 16 Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren.
Wir haben draußen im Garten Schnipsel für unsere Karotten geschnitten. Hierbei sind einige zu Boden gefallen. Du, Ammara, hast dabei geholfen, die kleinen Schnipsel einzusammeln. Du hast die kleinen Papierschnipsel mit einer Hand im Pinzettengriff aufgehoben. Plötzlich sind sie wieder aus deiner Hand herausgeflogen. Du hast gesagt: „Hups, umgefallen.“ Daraufhin hast du weitere Schnipsel aufgehoben und sie immer wieder fliegen lassen. Dabei hast du immer wieder gesagt: „Umgefallen, umgefallen“ und dabei gelacht. Ich habe daraufhin gemeint: „Sind dir die Schnipsel weggeweht worden?“ Da hast du gelacht. Konrad, du hast diese Situation ganz genau beobachtet und daraufhin gesagt: „Wind.“ Ich glaube, du, Ammara, hattest viel Spaß beim Einsammeln, oder? Es sah nach Freude aus, als der Wind dir die Schnipsel aus der Hand geweht hat. Konrad, du hast zuerst nur genau beobachtet, dann aber erkannt, dass der Wind Ammara die Schnipsel weggeweht hat. Vielleicht können wir dieses Erlebnis morgen im Morgenkreis aufgreifen und die anderen Kinder fragen, welche Erfahrungen sie bereits mit Wind gemacht haben. Dies war der Start in eine 2-monatige Bildungsreise rund um Wind, Luftbewegungen und Luftdruck von 11 Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren.
Unsere Bildungsreise begann bereits im Advent beim gemeinsamen Lesen einer Adventskalendergeschichte über den Silvesterbrauch Bleigießen. Erfreulicher Weise hat sich ein Kind getraut, mich noch im Lesen zu unterbrechen und nachzufragen: "Was ist denn Blei?" Als ich erklärte, dass Blei ein Metall ist, sahen mich verwirrte Gesichter an. Das gleiche Kind meldete sich dann nochmal zu Wort und erklärte: "Aber Metall kann man doch nicht gießen!" Kurz war ich schon versucht, einfach nur zu erklären, dass das schon geht und dass Metall bei Hitze schmilzt, doch dann dachte ich an das Projekt und fragte stattdessen, ob wir es einfach mal selbst ausprobieren sollen. Die Kinder bejahten das gemeinschaftlich, und in den kommenden Tagen wurde ich immer wieder gefragt, wann wir denn endlich das Metall gießen. Dies war der Start in eine 6-monatige Bildungsreise rund um Materialkunde, Hitze und Temperaturmessung von 20 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren.
Es hatte geregnet, als wir gemeinsam als Gruppe in den Garten gingen. Nach unserem Aufenthalt draußen kehrten wir in die Garderobe zurück. Dort beobachtete ich euch, Tristan, Maria und Sina, wie ihr euch intensiv über eure Kleidung unterhalten habt. „He, schau mal, deine Hose ist irgendwie ganz braun geworden und gar nicht mehr so rosa wie vorher“, hast du, Tristan, zu Sina gesagt. Sina, du hast schnell auf deine Hose geschaut und geantwortet: „Stimmt, die ist jetzt ganz braun. Die muss ich mit nach Hause nehmen, damit Mama sie wäscht.“ Maria, du hast neben den beiden gestanden und dann gesagt: „Ja, weil es doch geregnet hat und die Erde braun ist.“ Danach hast du zu Tristan gesagt: „Als ich schon einmal draußen war und Himbeeren gegessen habe, waren meine Hände und mein T-Shirt auch ganz rot!“ Anschließend hast du erklärt: „Ja, weil da auch Farbe drin ist.“ Sina, du hast die beiden dann ganz verwundert und nachdenklich gefragt: „Ist da wirklich Farbe drin, wie in den Stiften?“ Daraufhin seid ihr zu mir gekommen und habt nach meiner Meinung gefragt. Ich habe euch dann gefragt, ob ihr das in unserem Kreis einmal ansprechen möchtet und was die anderen Kinder dazu sagen würden. Ihr habt voller Freude mit „Ja“ geantwortet. Eure Beobachtungen und Fragen griffen wir im nächsten Morgenkreis gemeinsam auf, und die Gruppe entschied: „Das wollen wir genauer erforschen!“ Dies war der Start in eine 2-monatige Bildungsreise rund um Farbe, Farbensehen und Wahrnehmung von 18 Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren.
Einige von euch nutzten im Hort unsere Tablets, um im Garten Fotos zu machen. Als ihr die Kamera öffnen wolltet, beobachtete ich, wie ihr versucht habt, den Sperrbildschirm zu bedienen. Zwei von euch kamen gerade aus dem Garten herein und wischten mehrmals über den Bildschirm. Doch das Tablet reagierte nicht. Ihr ward überrascht und irritiert. Weitere Kinder kamen dazu und probierten es ebenfalls aus. Bei manchen funktionierte der Bildschirm sofort, bei anderen wiederum gar nicht. Schnell fiel euch etwas auf. Ihr habt bemerkt, dass besonders nasse oder schmutzige Finger Schwierigkeiten machten. Daraufhin begann ein spannendes Gespräch zwischen euch. Einer von euch fragte: „Vielleicht erkennt das Tablet manche Finger nicht?“ Ein anderes Kind überlegte: „Warum geht der Knopf oben immer, aber der Bildschirm nicht?“ Ihr habt eure Beobachtungen miteinander verglichen und verschiedene Vermutungen aufgestellt. Dabei habt ihr euch auch an eure Erfahrungen von zu Hause erinnert. Ein Kind erzählte: „Bei uns funktioniert der Fingerabdrucksensor nur bei meinen Eltern.“ Ich konnte sehen, wie neugierig ihr wart und wie sehr es euch interessierte, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Da die Zeit vor dem Mittagessen begrenzt war, beschlossen wir gemeinsam, das Thema an einem anderen Tag weiter zu erforschen. Als wir später den Dienstplan betrachteten, entstand die Idee einer festen MINT-Stunde am Donnerstag. In der Kinderbesprechung stellte ich eure Fragen rund um Bildschirme und Technik noch einmal vor und fragte, wer Lust hätte, diese gemeinsam zu erforschen. Acht Kinder meldeten sich freiwillig und trugen sich auf einer Liste ein. Dies war der Start in eine 2-monatige Bildungsreise rund um Touchscreens und unsichtbares Licht von 8 Kindern im Alter von 7 bis 10 Jahren.
Während unseres Spaziergangs in den Weinbergen von Randersacker bist Du, Mila, plötzlich an einem Steinhaufen stehen geblieben und hast begeistert gerufen: „Aus dem Stein wächst eine Blume!“ Sofort begann eine lebhafte Diskussion. Einige Kinder widersprachen. Ihr wart euch sicher, dass Pflanzen aus Erde wachsen und nicht aus Steinen. Aus euren Überlegungen entstand eine neue und spannende Frage: „Können Steine eigentlich wachsen?“ Oskar, du konntest dir das überhaupt nicht vorstellen und hast gesagt: „Steine sind wie Stahl und Stahl wächst nicht!“ Auch Vinzent war derselben Meinung: „Wenn Steine wachsen könnten, würden ja Häuser immer höher wachsen!“ Lukas, du hast dich an ein Video erinnert und erzählt: „Ich habe mal “Checker Julian als Höhlenforscher” gesehen. Da ging es um Stalaktiten und Stalagmiten, die in Tropfsteinhöhlen wachsen.“ Diese Information machte euch nachdenklich. Plötzlich war die Frage gar nicht mehr so einfach zu beantworten. Ferdinand, du hast dabei an ein eigenes Erlebnis gedacht und gesagt: „Ich habe schon mal Kristalle gezüchtet Das könnten wir doch mal in der AG machen“. Dies war der Start in eine 8-monatige Bildungsreise rund um Steine, Mineralien und Fossilien von 22 Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren.
An einem kalten Morgen kamen Schülerinnen mit Handwärmer in die Schule. Da ich Frühaufsicht hatte, zeigten sie mir ihre verschiedenen Schmuckstücke. Ich sollte auch fühlen, wie schön warm sie waren.
Nach einigem Hin und Her wollte ich von ihnen wissen: „Wieso werden die Handwärmer eigentlich warm?“
„Naja, weil man das Plättchen innendrin knickt.“, gab es zur Antwort. Eine Diskussion entfachte. So ganz zufrieden
waren die Mädels mit ihren Antworten nicht und somit blieben einige Fragen unbeantwortet.
Ich forderte sie auf, auf die Suche nach Antworten zu gehen. Zuerst wollten sie mal zu Hause nachfragen. Ihre Eltern
waren erstaunt, worüber sich ihre Kinder Gedanken machten, hatten aber spontan keine befriedigende Erklärung. Da die
Mädels in unterschiedliche Klassen gehen, wollten sie dieses Phänomen als „Frage der Woche“ vorstellen. Enttäuscht kamen
sie wieder zu mir, da dieses Thema abgelehnt wurde. Doch die Mädchen waren sich einig: „Ein klarer Fall: Wir müssen uns selbst
kümmern.“ Dies war der Start in eine 6-monatige Bildungsreise rund um chemische Prozesse und exotherme Reaktionen, Kristallstrukturen, chemische Verbindungen und Stoffe von 9 Kindern im Alter von 8 bis 10 Jahren.
Gemeinsam sitzen wir im Morgenkreis. Wir erzählen über die Ferien und berichten von Urlaubsorten, die die Kinder in den Faschingsferien besucht haben. Als Toni an der Reihe ist, fragt er in die Runde. „Warum schwimmt man denn eigentlich im Meer leichter oben, als im Schwimmbecken? Im Pool musste ich mich mehr bewegen um nicht unterzugehen.“ Sofort schaltet sich Lilly in das Gespräch ein. „Ja, mein Papa hat sich im Urlaub im Meer treiben lassen. Im Pool hat das nicht so leicht geklappt.“ Auch Anna fragt interessiert nach: „Das hat doch bestimmt was mit den Wellen zu tun?“ Eine rege Diskussion bricht unter den Kindern aus. Erfreut greife ich die Fragen der Kinder auf: „Ich merke, dass euch dieses Thema sehr interessiert. Lasst uns doch gemeinsam überlegen, wie wir das herausfinden können.“ Dies war der Start in eine 3-monatige Bildungsreise rund um Auftrieb (Physik) und die Dichte von Stoffen (physikalische Chemie) von 21 Kindern im Alter von 9 bis 10 Jahren.