Ostercamps 2026: Praxis, Einblicke und Technik-Erlebnisse

In den Osterferien konnten Jugendliche in ganz Bayern wieder Technik hautnah erleben. In den verschiedenen Camp-Formaten stand vor allem eines im Mittelpunkt: selbst ausprobieren, mitarbeiten und herausfinden, welcher Weg zur eigenen Zukunft passt.

Eine Gruppe von Jugendlicher steht vor einer Werkbank. Alle haben Bürsten in der Hand

Hightech live!-Camps: Technik erleben und selbst bauen

Beim Camp bei WAREMA Renkhoff SE standen gleich mehrere Projekte im Fokus: Die Teilnehmenden fertigten ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel und entwickelten zusätzlich einen lichtempfindlichen Roboter.
Dabei konnten sie insbesondere ihre Fähigkeiten im Löten und im Umgang mit elektronischen Bauteilen ausbauen.

Beim Hightech live!-Camp bei der Baumann GmbH tauchten 10 Jugendliche intensiv in die Arbeitswelt technischer Berufe ein. Gemeinsam mit Auszubildenden bauten sie eigene Roboter und lernten dabei typische Tätigkeiten aus Werkstatt und Konstruktion kennen.  
Neben dem praktischen Arbeiten konnten sie auch herausfinden, welche Aufgaben ihnen besonders liegen – ob eher Planung oder handwerkliche Umsetzung.

Eine Gruppe von Jugendlicher steht vor einer Werkbank. Alle haben Bürsten in der Hand
Ein Mädchen mit blauer Jacke steht vor einem Laptop und hat eine VR-Brille auf dem Kopf

Mädchen für Technik-Camps: Hemmschwellen abbauen, Talente entdecken

Beim Camp bei Linde GmbH beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit Berufen wie Anlagenmechanikerin und Mechatronikerin sowie mit dualen Studienmöglichkeiten.
Ihr Projekt: ein LKW-Trailer als Miniaturmodell, inspiriert von realen Wasserstoff-Containern. Dabei durchliefen sie mehrere Fertigungsschritte und bekamen einen realistischen Eindruck von technischen Arbeitsprozessen.

Bei Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH erhielten 14 Mädchen spannende Einblicke in die Luft- und Raumfahrttechnik. Neben klassischen Werkstattprojekten konnten sie auch moderne Anwendungen kennenlernen – darunter eine Simulation eines Flugsteuerungscomputers.
Als Werkstück entstand eine Handyhalterung, die verschiedene Fertigungsschritte vereinte.

Acht Teilnehmerinnen bekamen bei der Diehl Ausbildungs- und Qualifizierungs-GmbH Einblicke in Berufe wie Elektronikerin, Industriemechanikerin und Mechatronikerin. Besonders im Fokus stand das handwerkliche Arbeiten, etwa beim Löten, Bohren und Feilen.
Als Projekt fertigten sie ein eigenes Vier-Gewinnt-Spiel, das sie am Ende mit nach Hause nehmen konnten.

Ein Mädchen mit blauer Jacke steht vor einem Laptop und hat eine VR-Brille auf dem Kopf

„Wir durften löten, bohren und feilen. Das Löten hat mir am besten gefallen, weil es eine präzise und detaillierte Arbeit ist, die feinfühlige Motorik verlangt, welche wir hier beweisen konnten. Ich habe gemerkt, dass mir das richtig gut liegt“, sagte Pelin, 14 Jahre

Ein männlicher Azubis erklärt einer Ruppe von Mädchen, wie die Handfräse funktioniert

Forscherinnen-Camps: Technik, Forschung und Studium verbinden

Bei SGL Carbon & Technische Hochschule Augsburg drehte sich alles um Materialien und moderne Fertigungstechnologien. Die Teilnehmerinnen arbeiteten mit 3D-Druck, Carbonfasern sowie Recyclingverfahren und setzten eigene Ideen praktisch um.
Dabei erfuhren sie auch, wie nachhaltige Produktionsprozesse funktionieren und welche Unterschiede es in der Herstellung verschiedener Materialien gibt.

Ein männlicher Azubis erklärt einer Ruppe von Mädchen, wie die Handfräse funktioniert

„Wir setzen uns aus Überzeugung für eine gelungene Frauenförderung im MINT-Bereich ein. Für unsere Zukunft brauchen wir die Fähigkeiten starker Frauen in naturwissenschaftlichen Berufen“, sagt Prof. Dr. László Kovács, Vizepräsident für Studium und Lehre an der THA.

Bei MBDA Deutschland GmbH und der & Technische Hochschule Ingolstadt arbeiteten 15 Teilnehmerinnen an Themen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Cybersecurity und Simulationen.
Neben Einblicken in Ausbildungsberufe standen hier auch duale Studiengänge im Fokus. Die Jugendlichen lernten, wie technische Systeme auch unter unsicheren Bedingungen zuverlässig funktionieren.

Zwei Jungen sitzen vor einem Schaltkreis und lernen dessen Aufbau

Technik trifft Umwelt: Nachhaltigkeit im Fokus

Im Camp bei der MINT Region Bayerischer Untermain mit dem MINT-Cluster MINTbayU und folgenden Partnern: Alcon/CIBA VISION GmbH, Technische Hochschule Aschaffenburg, Roland-Eller-Umweltzentrum im Schullandheim Hobbach stand die Frage im Mittelpunkt, wie Technik zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen kann.
Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit Zukunftsenergien, führten Experimente durch und nahmen an einer thematischen Rallye teil. Im Team entwickelten sie Lösungen rund um den Schwerpunkt Nachhaltigkeit und setzten diese praktisch um.

Zwei Jungen sitzen vor einem Schaltkreis und lernen dessen Aufbau

Unser Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig für technische und nachhaltige Themen zu begeistern. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Hochschule schaffen wir wertvolle Einblicke in berufliche Perspektiven und stärken die Orientierung für die Zukunft“ sagt Andrea Grimm, Projektleiterin MINT-Region Bayerischer Untermain (ZENTEC GmbH).
 

Fazit: Orientierung durch Erleben

Die Oster-Camps 2026 haben gezeigt, wie wirkungsvoll praxisnahe Berufsorientierung sein kann. Durch eigenes Ausprobieren, reale Projekte und den direkten Kontakt zu Unternehmen und Hochschulen konnten die Jugendlichen:

  • ihre Interessen besser einschätzen
  • konkrete Berufsbilder kennenlernen
  • erste Zukunftspläne entwickeln

Technik wurde nicht nur erklärt – sie wurde erlebt.