Als Referentin bei Technik – Zukunft in Bayern 4.0

Viktoria Brunthaler ist seit 6 Jahren als Referentin bei den Campangeboten von Technik – Zukunft in Bayern 4.0 (TeZBa) dabei. Wir haben sie gefragt, was das Tolle an den Camps ist und was sie während der Campwochen mit den Teilnehmer*innen erlebt hat.  
 

TeZBa: Viktoria, nach acht Mädchen für Technik-Camps und einigen anderen Campformaten kann man von dir behaupten, schon eine Menge Erfahrung bei der Betreuung der Campangegbote gesammelt zu haben. Was ist das Tolle an den Camps?

Die Mädchen und Jungen erhalten Einblick in technische Berufe, während sie eine Woche in einem namenhaften Unternehmen ihr persönliches Werkstück fertigen. Dabei ist es sehr schön zu sehen, wie sie sich innerhalb von fünf Tagen weiterentwickeln: Zunächst kommen die 10-15 Teilnehmer*innen in der Jugendherberge an. In manchen Fällen haben sie eine*n Freund*in oder ein bekanntes Gesicht aus der Parallelklasse dabei, oft kennen sie aber niemanden und verhalten sich dementsprechend schüchtern. Innerhalb weniger Stunden hat sich die anfängliche Verschwiegenheit dank Teambuildingmaßnahmen aber bald gelegt und die Jugendlichen beginnen zu „quasseln“, als ob sie sich schon Jahre kennen. Bald sind alle Nummern ausgetauscht und eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in die die Betreuer*innen auch gleich eingeladen werden. Aus den anfänglichen Bekanntschaften bilden sich schnell Freundschaften, die auch weit über das Camp hinaus noch bestehen. Diese Entwicklungen während der Woche zu beobachten, macht immer wieder aufs Neue Spaß!
Im Unternehmen läuft es ähnlich ab: Zunächst herrscht eine große Distanz zwischen den Schüler*innen und den Auszubildenden. Im Laufe der Woche legt sich aber auch diese und die Teilnehmer*innen sprechen mit ihren Auszubildenden auf Augenhöhe. Manchmal „quetschen“ sie diese ganz schön aus, teilweise geht das sogar bis in private Bereiche, ab und an entsteht sogar eine Schwärmerei… 
Viel Spaß macht es auch, den Mädchen und Jungen beim selbstständigen Bearbeiten ihres Werkstücks zuzuschauen. Bis jetzt hat es jede*r geschafft ihr*sein Werkstück fertigzustellen: die*der Eine früher, die*der Andere mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Kolleg*innen in letzter Sekunde, aber niemand musste mit leeren Händen nach Hause gehen. Schön zu beobachten sind auch die stolzen Eltern, denen die Kinder mit funkelnden Augen am Ende der Woche ihre Werkstücke präsentieren. 

 

TeZBa: Möchtest du eins der Camps besonders hervorheben?

Ich finde alle Camps sehr spannend und für mich sind es immer wieder großartige Einblicke hinter die Kulissen von Unternehmen, deren Türen mir sonst versperrt bleiben. Sehr gut hat es mir beispielsweise beim Mädchen für Technik-Camp bei der MAN Truck & Bus AG gefallen. Hier haben wir eine tolle Werksführung erhalten, in der wir den Entstehungszyklus eines LKWs an Band bei laufender Produktion verfolgen konnten. 
Aber auch die kulinarische Versorgung in den einzelnen Unternehmen ist hervorzuheben und kein Vergleich zu meiner Unimensa, die ich besuche, wenn ich nicht gerade als Camp-Referentin unterwegs bin. 
 

TeZBa: Hast du bereits negative Erfahrungen in einem Camp gemacht?

Nein. Innerhalb der Camps sind keine negativen Erinnerungen hängen geblieben. Natürlich muss man manchmal mehr, manchmal weniger für Ruhe sorgen, aber kann man das den Kindern verübeln, wenn sie einen vollen Arbeitstag fast ausschließlich im Stehen verbringen? Sie ihre Ferien „opfern“, um zu Arbeiten und somit die ersten Weichen ihrer Zukunft legen? Ich bin nicht der Meinung! Und so verschieden die Menschen eben sind, so unterschiedlich sind auch die Charaktere der einzelnen Kinder, und die muss man eben zu händeln wissen 
 

TeZBa: Wie genau verhalten sich denn die unterschiedlichen Charaktere?

Ganz verschieden! Manche sind sehr anhänglich, möchten möglichst alles Private über dich wissen, andere zeigen hauptsächlich Interesse an meinem Studium als Mechatronikerin, und wieder andere möchten am liebsten ganz in Ruhe gelassen werden.
Im Unternehmen gibt es dann auch die „Macher*innen“, die sofort ehrgeizig loslegen, diejenigen, die die Sache etwas langsamer angehen lassen und sich lieber erst etwas von den anderen abschaue. Von dem her freue ich mich nach jedem Camp schon immer auf das Nächste und mit ihm auf die Vielfältigkeit der Mädchen und Jungen.
 

TeZBa: Vielen herzlichen Dank Viktoria!

Du möchtest selber Referent*in bzw. Betreuer*in bei unseren Camps werden? Auf folgender Seite findest du die genauen Tätigkeitsbschreibungen: www.tezba.de/jobs/